Die richtige Bedeckung

Frage:

Wie muss eine muslimische Frau sich kleiden, damit sie sagen kann, dass sie eine muslimische Frau ist?

 

Antwort:

Alles Lob gebührt Allâh.

 

Die Gelehrten haben die Bedingungen für die korrekte Kleidung der muslimischen Frau vor al-Ajânib (lit. Fremde, d.h. diejenigen, mit denen eine Ehe erlaubt ist) sowohl aus dem ruhmvollen Qur’ân als auch aus der Sunnah einzeln aufgeführt. Solange sich eine Frau an diese Bedingungen hält, kann sie tragen, was sie mag, und auf öffentliche Plätze hinausgehen, solange ihr Hijâb mit den islamischen Gesetzen übereinstimmt. Eine Zusammenfassung der Bedingungen ist wie folgt:

 

  1. Er muss den ganzen Körper bedecken.
  2. Er muss dick genug sein, d.h. nicht durchsichtig oder lichtdurchlässig.
  3. Er muss weit sein und darf nicht enganliegend sein.
  4. Er darf nicht geschmückt oder verziert sein, sodass die Blicke der Männer auf sich gezogen würden.
  5. Er darf nicht parfümiert sein.
  6. Er darf nicht als Libâs al-Shuhrah (Kleidung des Ruhmes) gelten.
  7. Er darf der Kleidung der Männer nicht ähneln.
  8. Er darf der Kleidung der Ungläubigen nicht ähneln.
  9. Es dürfen keine Kreuze oder Bilder von etwas Beseeltem (Menschen, Tiere, usw.) darauf abgebildet sein.

 

 

Dies ist eine Zusammenfassung der Bedingungen gemäß der islamischen Sharî’ah. Eine komplette Antwort mit den Haupt-Dalîls findet ihr unten.

 

Sheikh Muhammed Salih Al-Munajjid

(muslima.de.ms)

 

1. Der Hijâb muss den gesamten Körper bedecken

Es ist eine übereinstimmende Ansicht von vielen angesehenen Gelehrten, dass das Gesicht und die Hände der Frau bedeckt werden müssen. Einige Gelehrte sagen, dass es der Frau erlaubt ist, ihr Gesicht und ihre Hände zu entblößen, so lange diese Handlung keine Fitnah (Erweckung von Begierden) verursacht. Dabei müssen zwei Dinge beachtet werden:

 

a) Wenn sie schön ist bzw. ihr Gesicht und ihre Hände mit äußerlichen Substanzen verschönert, oder

b) die Gesellschaft um sie herum verdorben ist, wo die Männer ihre Blicke nicht senken, dann ist es ihr untersagt, ihr Gesicht und ihre Hände zu entblößen.

 

Die Frau des Propheten (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm), Umm Salama (möge Allâh mit ihr zufrieden sein), sagte: „Als der Vers ‘und ihre Schleier über ihre Juyûbihinna (d.h. ihre Körper, Gesichter, Hälse und Busen) ziehen’ [al-Nûr 24:31 – ungefähre Bedeutung] herabgesandt wurde, gingen die Frauen der Ansâr hinaus, als ob sie Krähen auf ihren Köpfen hätten, aufgrund ihrer äußeren Bekleidung.“

 

2. Der Hijâb darf keine Zurschaustellung sein

Der Hijâb selbst darf keine Zurschaustellung sein. Allâh hat den Hijâb verordnet, um die Schönheit der Frauen zu bedecken, und nicht, um damit zu prahlen. Allâh (Gepriesen und Hocherhaben ist Er) sagt: „…und ihren Schmuck nicht zur Schau tragen sollen – bis auf das, was davon sichtbar ist…“ [al-Nûr 24:31]

 

Und:

„Und bleibt in euren Häusern und prunkt nicht wie in den Zeiten der Jâhiliyyah (Unwissenheit).“ [al-Ahzâb 33:33]

 

Es ist absolut unlogisch, dass der Hijâb selbst eine Quelle der Zurschaustellung ist.

 

3. Der Hijâb darf nicht transparent sein

Der Zweck des Hijâb muss erfüllt werden. Um eine Bedeckung zu sein, darf der Hijâb nicht aus einem durchsichtigen Material bestehen, das die Frau nur namentlich bedeckt, wobei sie in Wirklichkeit nackt ist. Der Prophet (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) wird folgendermaßen zitiert: „In der letzten Zeit meiner Ummah (Nation der Muslime) wird es Frauen geben, die bekleidet und doch nackt sind, die ihr Haar hochstecken wie die Höcker eines Kamels – verflucht sie, denn sie sind verflucht. Sie werden al-Jannah (das Paradies) nicht betreten noch seinen Duft auch nur riechen können, obwohl dieser Duft über eine Entfernung eines 500 Jahre währenden Kamelritts wahrgenommen werden kann.“ Dies weist darauf hin, dass eine Frau eine ernsthafte und vernichtende Sünde begeht, wenn sie ein Kleidungsstück trägt, das dünn und durchsichtig ist, und das ihre Gestalt deutlich zeigt.

 

4. Der Hijâb muss weit sein, nicht enganliegend

Der Hijâb ist ein Schutz vor Fitnah. Wenn er enganliegend ist, wird er die Umrisse des Körpers der Frau zeigen, und dies verletzt und annulliert den gesamten Zweck des Hijâb.

 

5. Der Hijâb darf nicht parfümiert sein

Es wurde von Ad-Diya Al-Maqdisi berichtet, dass der Prophet (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) sagte:

„Jede Frau, die sich parfümiert und an den Leuten vorbeigeht, so dass sie sie riechen können, ist eine Zâniyah (Ehebrecherin).“

 

6. Der Hijâb darf der Kleidung der Männer nicht ähneln

Imâm Ahmad an-Nissa’î berichtete, dass der Prophet (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) sagte: „Frauen, die die Männer nachahmen, sind nicht von uns und ebenso diejenigen Männer, die die Frauen nachahmen.“ Abu Huraira (möge Allâh mit ihm zufrieden sein) berichtete: „Der Prophet (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) VERFLUCHTE den Mann, der Frauenkleider trägt und die Frau, die Männerkleidung trägt.“

 

7. Der Hijâb darf der Kleidung der Kuffâr nicht ähneln

Abu Dawûd und Ahmad berichteten, dass der Prophet (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) sagte: „Wer ein Volk imitiert, ist einer von ihnen.“

 

‘Abdullâh Ibn ‘Umar (möge Allâh mit ihnen beiden zufrieden sein) sagte: „Der Prophet (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) sah mich zwei Kleidungsstücke tragen, die mit Safran (orange) gefärbt waren, woraufhin er sagte: ‚Dies ist die Kleidung (, die gewöhnlich) von den Kuffâr (getragen wird), daher trage sie nicht.’“

 

8. Der Hijâb darf nicht zum Zweck des Ruhmes getragen werden

Abu Dawûd und Ibn Mâjah berichteten, dass der Prophet (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) sagte: „Derjenige, der Kleidung trägt, die für den weltlichen Ruhm entworfen wurde, den wird Allâh am Tag der Wiederauferstehung ein Kleid der Demut tragen lassen; dann wird er ins Feuer gehen.“

 

Kleidung des Ruhmes ist jegliche Kleidung, die eine Person trägt, um berühmt auszusehen. Dies gilt sowohl für Kleidung, die sehr wertvoll ist und Gefallen am diesseitigen Leben zeigt, als auch für Kleidung, die von minderwertiger Qualität ist, um mangelndes Interesse am weltlichen Leben zu zeigen. Solch eine Person könnte z.B. Kleidung in auffälligen Farben tragen, um Aufmerksamkeit zu erregen und sich stolz und/oder arrogant benehmen.

 

9. Verborgene Arten der Zurschaustellung

Wenn man die verschiedenen Bedingungen des Hijâb betrachtet, kann man deutlich erkennen, dass viele junge muslimische Frauen diese Bedingungen nicht erfüllen. Viele messen nur mit halbem Maß, was nicht nur die Gesellschaft, in der sie leben, verspottet, sondern auch die Befehle Allâhs (Gepriesen und Hocherhaben ist Er). Sie halten das, was sie tragen, fälschlicherweise für einen “Hijâb”. O Muslimûn, gehorcht Allâh (Gepriesen und Hocherhaben ist Er) und Seinem Gesandten (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) und lasst euch nicht von denjenigen täuschen, die diese Handlung von euch “preisen” und ihre wahren Absichten verbergen. Lasst euch nicht täuschen, und es gibt keine Entschuldigung dafür, dem Satan zu folgen.

 

Wenn Du wirklich al-Jannah erlangen willst, dann berücksichtige diese Dinge, in shâ’Allâh

 

Quelle: Islamworld.net